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Published Juni 30, 2020

JP von JP Performance, Jean Pierre Kraemer oder – wie er sich lange Zeit selbst nannte, der „Schokohase“, ist der erfolgreichste YouTuber zu Automobilen Themen in Deutschland. Seine Videos erreichen binnen Stunden 6-stellige Zugriffszahlen und Jean Pierre gilt als eine der schillerndsten Werbefiguren – die sich Automobil-Hersteller in Deutschland suchen können.

Von Mercedes-Benz zu Porsche, von Audi bis Ford – JP Performance hatte sie alle. Sein Geschäftsmodell? Lockere Sprüche und vor allem tiefer, breiter, lauter.

Mit 142 km/h klar über das Ziel hinaus geschossen

Um den erfolgreichen YouTube-Kanal am laufen zu halten, bringt JP Performance täglich ein neues Video auf der Plattform von Youtube. JP versteht es, wie kein Zweiter, seine Talente zu vermarkten und man nimmt ihm die Rolle des Tuning-Experten gerne ab. (Wiki-Eintrag von JP)

Bei seinem „Besuch“ bei H&R sind ihm jedoch ein paar der Elektro-Gäule seines aktuellen Porsche Taycan durchgegangen. 142 km/h in der Ortschaft. Ernsthaft?

Auch wenn die Geschwindigkeit nur für Sekunden anlag, man muss sich schon fragen – was hat er sich dabei gedacht?

Nun muss ich als begeisterter Autofahrer und auch – wenn gleich wohl mit viel wenig Erfolg gesegnet – Content-Creator für Youtube einwerfen: Es ist wirklich auch ein ewiges Damoklesschwert – die Dynamik von Automobilen in Videos einzufangen ist schwierig – die Zeitfenster für die Produktion von Videos oftmals sehr überschaubar. Die Tempolimits auf Landstraßen führen zudem dazu, dass man die Leistungsfähigkeit, gerade von Performance-Fahrzeugen, nicht wirklich demonstrieren kann. Der Führerschein-Verlust wäre zugleich Jobverlust. Auf der anderen Seite; Wo kein Kläger, da kein Richter.

Nun ist dem Profi jedoch ein – womöglich – folgenreicher faux-pas passiert. Das die Kamera den Tacho mit filmte ist vermutlich kein wirklicher Beweis für ein Gerichtsverfahren – aber dumm ist es alle mal.

Neues Video – jetzt ohne Tachobild

Nachdem bereits die ersten Kommentare der großen Fanbase von JP diskutierten, ob denn 142 km/h „innerorts“ nun besonders sportlich, verrückt, voll krass oder einfach nur unverantwortlich wären – wurde das original Video gelöscht und eine editierte Version hochgeladen. Nun – politisch – und im Sinne der StVO korrekt.

Die Sache mit dem Vorbild

Ich will an dieser Stelle weder Moralapostel sein, noch mehr als notwendig über die Zielgruppe von JP philosophieren – aber ich frage mich doch wie das passieren konnte?

JP hat mehrere Mitarbeiter die sich nur um die Erstellung von Videos kümmern – da muss sowas doch auffallen. Ich selbst fahre auf Landstraßen natürlich immer nur Tempo 100 – also, wenn erlaubt – ist klar – logo – selbstverständlich – natürlich … und ja, bei mir haben auch schon kluge Köpfe die Zeitabstände zwischen vorbeifliegenden Straßenpfosten gezählt. Aber – eines muss uns allen doch klar sein; Mit unseren Videos über Autos, auf YouTube, einer Plattform die allzu oft von (geistigen) Kindern genutzt wird, muss man irgendwie auch in das Rollenmodell des Vorbildes schlüpfen. Und ja, ein einmal veröffentlichter Faux-Pas wird digital immer erhalten bleiben.

Nun ist das Geschäftsmodell von JP so clever, dass die genutzten Fahrzeuge der Industrie, immer eine Zulassung auf JP besitzen und damit sind die Presse- und Marketing-Abteilungen der Hersteller fein raus, aber dennoch darf man sich die Frage stellen, ob das Konsequenzen für JP haben wird? Oder war es einfach nur ein Video, perfekt auf die Zielgruppe zugeschnitten?

Wie seht ihr das? Sind 142 km/h ind der Ortschaft – wenn auch nur für Sekunden – etwas was man „erklären“ kann?

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