142 km/h in der Ortschaft, ist klar.

JP von JP Performance, Jean Pierre Kraemer oder – wie er sich lange Zeit selbst nannte, der „Schokohase“, ist der erfolgreichste YouTuber zu Automobilen Themen in Deutschland. Seine Videos erreichen binnen Stunden 6-stellige Zugriffszahlen und Jean Pierre gilt als eine der schillerndsten Werbefiguren – die sich Automobil-Hersteller in Deutschland suchen können.

Von Mercedes-Benz zu Porsche, von Audi bis Ford – JP Performance hatte sie alle. Sein Geschäftsmodell? Lockere Sprüche und vor allem tiefer, breiter, lauter.

Mit 142 km/h klar über das Ziel hinaus geschossen

Um den erfolgreichen YouTube-Kanal am laufen zu halten, bringt JP Performance täglich ein neues Video auf der Plattform von Youtube. JP versteht es, wie kein Zweiter, seine Talente zu vermarkten und man nimmt ihm die Rolle des Tuning-Experten gerne ab. (Wiki-Eintrag von JP)

Bei seinem „Besuch“ bei H&R sind ihm jedoch ein paar der Elektro-Gäule seines aktuellen Porsche Taycan durchgegangen. 142 km/h in der Ortschaft. Ernsthaft?

Auch wenn die Geschwindigkeit nur für Sekunden anlag, man muss sich schon fragen – was hat er sich dabei gedacht?

Nun muss ich als begeisterter Autofahrer und auch – wenn gleich wohl mit viel wenig Erfolg gesegnet – Content-Creator für Youtube einwerfen: Es ist wirklich auch ein ewiges Damoklesschwert – die Dynamik von Automobilen in Videos einzufangen ist schwierig – die Zeitfenster für die Produktion von Videos oftmals sehr überschaubar. Die Tempolimits auf Landstraßen führen zudem dazu, dass man die Leistungsfähigkeit, gerade von Performance-Fahrzeugen, nicht wirklich demonstrieren kann. Der Führerschein-Verlust wäre zugleich Jobverlust. Auf der anderen Seite; Wo kein Kläger, da kein Richter.

Nun ist dem Profi jedoch ein – womöglich – folgenreicher faux-pas passiert. Das die Kamera den Tacho mit filmte ist vermutlich kein wirklicher Beweis für ein Gerichtsverfahren – aber dumm ist es alle mal.

Neues Video – jetzt ohne Tachobild

Nachdem bereits die ersten Kommentare der großen Fanbase von JP diskutierten, ob denn 142 km/h „innerorts“ nun besonders sportlich, verrückt, voll krass oder einfach nur unverantwortlich wären – wurde das original Video gelöscht und eine editierte Version hochgeladen. Nun – politisch – und im Sinne der StVO korrekt.

Die Sache mit dem Vorbild

Ich will an dieser Stelle weder Moralapostel sein, noch mehr als notwendig über die Zielgruppe von JP philosophieren – aber ich frage mich doch wie das passieren konnte?

JP hat mehrere Mitarbeiter die sich nur um die Erstellung von Videos kümmern – da muss sowas doch auffallen. Ich selbst fahre auf Landstraßen natürlich immer nur Tempo 100 – also, wenn erlaubt – ist klar – logo – selbstverständlich – natürlich … und ja, bei mir haben auch schon kluge Köpfe die Zeitabstände zwischen vorbeifliegenden Straßenpfosten gezählt. Aber – eines muss uns allen doch klar sein; Mit unseren Videos über Autos, auf YouTube, einer Plattform die allzu oft von (geistigen) Kindern genutzt wird, muss man irgendwie auch in das Rollenmodell des Vorbildes schlüpfen. Und ja, ein einmal veröffentlichter Faux-Pas wird digital immer erhalten bleiben.

Nun ist das Geschäftsmodell von JP so clever, dass die genutzten Fahrzeuge der Industrie, immer eine Zulassung auf JP besitzen und damit sind die Presse- und Marketing-Abteilungen der Hersteller fein raus, aber dennoch darf man sich die Frage stellen, ob das Konsequenzen für JP haben wird? Oder war es einfach nur ein Video, perfekt auf die Zielgruppe zugeschnitten?

Wie seht ihr das? Sind 142 km/h ind der Ortschaft – wenn auch nur für Sekunden – etwas was man „erklären“ kann?

Ablenkung auf Hollywood-Niveau

Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.

Helmut Schmidt

Diese Partnerschaft verkörpert Pioniergeist, Innovationskraft und Nachhaltigkeit – sagt Britta Seeger. (Britta Seeger ist Mitglied des Vorstandes der Daimler AG und Mercedes-Benz AG und verantwortlich für Vertrieb.)
Das VISION AVTR unterstreicht den Mut und Pioniergeist unserer Marke – sagt Markus Schäfer. (Markus Schäfer ist Mitglied des Vorstandes der Daimler AG und Mercedes-Benz AG und verantwortlich für Forschung und Entwicklung.)

Inspiriert von der Welt von Pandora zeigt das VISION AVTR eine völlig neue Interaktion zwischen Mensch, Maschine und Natur.“

Mercedes-Benz hat ein großes „Hallo“ hervorgerufen, mit seiner VISION AVTR, dessen Premiere auf der CES in Las Vegas gefeiert wurde. Und wer sich fragt, was für eine Automesse die CES ist, der wird lernen müssen, dass Automobilmessen für Automobil-Hersteller nicht mehr wichtig sind. Wichtig sind heute die Themenfelder Unterhaltung, Zukunftstechniken und Lifestyle. Und das hat nicht nur die Detroit Autoshow lernen müssen. In der „hier geht alles“ Stadt Las Vegas hat Mercedes-Benz die Keynote der CES gekauft übernommen und damit großes Aufsehen auf die Zukunfts-Visionen des Konzerns gelenkt.

Wer nun aber denkt, man könnte ein neues Auto bewundern, der muss sich von der VISION AVTR eines besseren belehren lassen. Und man kann gleich noch eine wichtige Lektion aus dem Auftritt der Marken Mercedes-Benz und Daimler lernen. „Wichtig ist nicht mehr was du kannst, sondern nur noch, was Du den Menschen erzählst.“ Und diese gefährliche Irrung des Automobilbauers hat man untermalt mit einer Kooperation, die man noch in Jahren als Lehrstück der Markenkommunikation hervorkramen wird. Ob das positiv ist? Nun, die Zeit wird es zeigen.

Auf jeden Fall aber ist die Kooperation zwischen dem Automobilkonzern und einem der größten Männer der Traumfabrik Hollywoods bemerkenswert. War man zu Beginn der digitalen Revolution noch damit zufrieden, Pop-Stars als Werbebotschafter zu verpflichten, sind wir 2020 in einer Zeit angekommen, in der Marken ihre Produkte in der Traum- und Entertainmentwelt Hollywoods unterbekommen wollen. Als Premium-Hersteller aus Schwaben hat man sich nicht Lumpen lassen und James Cameron zur Kooperation überzeugen können. An dieser Stelle kann man über die Summen hinter solchen Deals nur spekulieren, klar ist jedoch, jemand der mit einem Budget von 237 Millionen einen Film produziert, der am Ende 2.7 Milliarden Euro einfährt, den bekommt man nicht für Beiträge aus der Portokasse.

The Show must go on!

Selbst als Fan von James Cameron Filmen muss man sich jedoch über die Idee von Mercedes-Benz wundern. Oder – man wundert sich besser über gar nichts mehr. Denn der Erfinder des Automobils hat nicht nur den Start der E-Mobilität fulminant verschlafen, in einer beeindruckenden Fehl-Beurteilung zudem voreilig die Anteile am E-Vorreiter Tesla verkauft, nein – man hat sich zudem in der „Diesel-Krise“ lächerlich gemacht und selbst demontiert. Doch, egal – die Show muss weiter gehen. Geheimdienste würden von einer „Strohmann-Aktion“ sprechen – bei Mercedes-Benz nutzt man andere Worte:

„Sustainable Modern Luxury“

Wir dürfen aus der, noch nach Bewusstseinserweiternden Drogen riechenden, Pressemeldung zitieren:

Verschmelzung von Interieur und Exterieur: Das ganzheitliche Konzept des VISION AVTR vereint die Designdisziplinen Interieur, Exterieur und UX in nie dagewesener Form. Die unverwechselbare Inside-Out-Designstruktur verbindet innen und außen zu einem emotionalen Ganzen und wurde von mehreren Lebewesen aus dem Film AVATAR inspiriert. Mit dem gestreckten „One Bow“-Design und der organischen Designsprache bietet das VISION AVTR einen visionären Ausblick auf das Design der Zukunft.

Biometrische Verbindung: Anstelle eines herkömmlichen Lenkrads ermöglicht das multifunktionale Bedienelement in der Mittelkonsole die Verschmelzung von Mensch und Maschine. Durch das Anlegen der Hand auf die Control Unit erwacht der Innenraum zum Leben und das Fahrzeug erkennt den Fahrer an seiner Atmung.

Immersiver Erlebnisraum: Durch einfaches Anheben der Hand wird eine Menüauswahl auf die Handfläche projiziert, durch die der Passagier intuitiv zwischen verschiedenen Funktionalitäten wählen kann. Beispielsweise können 3D-Grafiken in Echtzeit verwendet werden, um die fiktive Welt von Pandora aus verschiedenen Perspektiven zu erkunden. Der geschwungene Bildschirm schafft die visuelle Verbindung zwischen Passagieren und der Außenwelt. 

Mercedes-Benz Pressemeldung zur VISION AVTR

Das einzig dumme daran?

Nichts an dieser Vision ist nicht ausgedacht. Die Steuerelemente funktionieren nicht. Das Design funktioniert nur in Hollywood-Filmen und ein Blick in die Technik des Konzeptfahrzeuges ist so sinnvoll, wie ein Blick in den Maschinenraum des Schiffes mit der Kennung NCC-1701-E.

Die Passagiere sind mit ihrem ergonomischen Fahrzeug über die Sinne verschmolzen und können verschiedene intuitive Funktionen über Projektionen auf der Handfläche nutzen.

Die Kernbotschaft lautet: „Wir haben es verbockt!“.

Mercedes-Benz hat derzeit ein Orientierungsproblem und ein Glaubwürdigkeitsproblem. Der „erste Mercedes“ unter den Elektrofahrzeugen ist ein Flop, bislang. Und anstelle eines Produktes für Konsumenten, flüchtet man sich in die Traumfabrik Hollywoods. Während noch immer über Fahrverbote von Dieselfahrzeugen spekuliert wird, die Gesellschaft auf kaufbare nachhaltige Mobilität wartet und die Menschen sich fragen, wie man auch in der Zukunft Mobilität und Nachhaltigkeit mit dem eigenen Geldbeutel in Einklang bekommt, liefert Mercedes-Benz kurzweilige Unterhaltung ab. Anstelle von Effekten, nur Effekthascherei.

Das James Cameron aber nicht nur der Macher von Avatar ist, sondern auch Filme wie True Lies und Titanic produziert hat, mag man als witzige Anekdote abtun, oder als Orakel. Zur CES-Vision von Mercedes-Benz würden beide Filme ebenso gut passen.

Umparken mit geöffnetem Klappenauspuff

Kein anderer Automobil-Hersteller hat sich in den letzten 10 Jahren derart gemausert – wer hätte gedacht, dass man mal als Fahrer eines Mercedes eine derartige Aufmerksamkeit geschenkt bekommt.

Von Mercedes-Benz zu Mercedes-AMG, Mercedes-Maybach, Mercedes-EQ, Mercedes-Influenca und Mercedes-Proll – Der Markenkern-Schlamassel der Schwaben

Es gibt auf diesen Seiten und auf AUTOHUB.de sicherlich genug Artikel, die den Eindruck nahe legen, der Autor wäre tief beeindruckt von den Fahrzeugen der Schwaben und auch von der Wandlung des ehemals so biederen, Spaßbefreiten Konzerns. Und das stimmt. Schaut man zurück in die eigene Historie, so war es vor allem die Zeit rund um 2013, die mir eine völlig neue Wahrnehmung der Marke Mercedes-Benz bescherte.

Es war 2013 dieser Roadtrip, der mein Bild, meine Wahrnehmung von den Spaßbremsen aus Schwaben veränderte. In ein paar Wochen wird es 7 Jahre her sein. 7 Jahre in denen Mercedes-Benz eine Transformation durchlitten hat, die nicht nur Zielführend ist. In den letzten 7 Jahren wurden Ideen gelebt, Ideen verworfen, Märke begeistert, Modelle neu erfunden und für jedes Töpfchen, ein Deckelchen gefunden. Was erst einmal nach Shareholder-Glück klingt, führt in eine Sackgasse. War man mal überzeugt, unter dem Radar der Banalitäten zu fliegen wäre genau der Platz, den man in einem Benz einnehmen möchte – hat sich die Strategie der Schwaben mittlerweile völlig umgekehrt. Vom Hersteller einer zeitlosen Premium-Transport-Lösung, unter dem Radar von Yellowpress und ADHS-Piloten fliegend, hat man sich losgelöst und landet mittlerweile auf dem Flugzeugträger der Eitelkeiten. Und weil das nicht genug ist, tut man alles um die Aufmerksamkeit aller zu erhaschen, die fähig sind, drei Kreuze unter einen Leasingvertrag zu setzen. Anstatt Stealthbomber, fliegt man mittlerweile einen rosaroten Kirmesbomber. Von der Lounge-Music zum relaxen abgekommen, setzt die Marke heute auf dt.HipHop – Hauptsache laut.

2013 traf ich den Designer der Marke, Gordon Wagener zum ersten Mal. Ausgerechnet in Las Vegas. Was retrospektiv jedoch gut passt. Schrill. Bunt, laut und auf Aufmerksamkeit heischend – das ist das Zeitalter in dem die Designsprache der Stuttgarter angekommen ist. Alternativ ginge auch Macau. Dann wäre das Bild gelungen. War man bei Mercedes einst stolz – nicht zu aufdringlich zu sein, beleuchtet man heute den unter ADHS leidenden Mercedes-Stern im Kühlergrill. Stop it – now, Gordon!

Mercedes-AMG – Verfahren auf dem Highway der Emotionen

Turnschuhe und keine Krawatten. Was ich einst als revolutionären und extrem sympathischen Schritt empfand, hat sich im Rückblick als Marschweg der Beliebigkeit herausgestellt. Die der Marke einst eigene konservative Eleganz hat sich aufgelöst zwischen Klappenauspuff und dem AMG-Kühlergrill mit der Philosophie, die Gleichteile-Strategie bis zum Ende zu leben und gleich die Mercedes-Sterne aus der LKW-Sparte zu verbauen.

Mercedes-AMG-Maybach-EQ-SUV-Irrfahrt

Der übliche Entwicklungszyklus in der Automobil-Industrie stellt die Verantwortlichen vor große Aufgaben. Schnelle technische Veränderungen, gesellschaftlicher Konsens und die Aufgaben im Bereich Vernetzung, Autonomie und Digitalisierung setzen alle Hersteller unter Druck. Da mag Attacke die richtige Strategie sein. Mercedes-Benz hat sich von 7 Baureihen in den 1960er auf 30 Baureihen in 2019 massiv mit dem füllen von Angebotslücken beschäftigt. Das man dabei auch manch Frage beantwortet, die zuvor niemand gestellt hat, hat man sich in anderen Branchen abgeschaut.

Woher soll ich wissen, dass ich einen 3 Tonnen Zweifarb-Elefanten fahren will – wenn ich diesen zuvor nicht kannte?

Nach dieser Idee hat sich Mercedes-Benz neu erfunden. Für diesen Mut gehört der Marke Respekt gezollt. Doch – wie bei Kindern in der Pupertät, geht nicht jedes Experiment in die richtige Richtung. Und wie man am Tweet von Jana auf Twitter gut nachvollziehen kann, befindet sich die Marke, dank wertvoller Arbeit mit Menschen die niemals einen Benz gekauft hätten (hüstel), und einer Positionierungs-Strategie in der Boxengasse der emotionalen Rennstrecke, nun an einem Punkt – an dem man ein wertvolles, reflektierendes Gespräch mit dem Zögling suchen könnte – damit man die Pupertät mit Erfahrungen erlebt – sich die Nase aber nicht blutig wie ein Preisboxer haut.

Der SUV für jeden Fall.

Das sich das Synonym SUV derart schnell vom Kassenknüller zum Gesellschafts-Unwort des Jahres wandelt, dafür darf man weder den Automobil-Herstellern noch der Gesellschaft den schwarzen Peter zuschieben. Da kumuliert sich Dieselgate, Aufregekultur und Socialmedia-Filterblase zusammen mit der Erkenntnis eines unmöglichen „weiter so“ zu einer gefährlichen Sackgasse für Automobil-Hersteller. Wer das jetzt nicht erkennt und dagegen lenkt, der wird schon bald versuchen müssen, die Standzeiten der CO2-Bomber mit massiven Leasinganreizen und viel Media-Budget in den Griff zu bekommen. Wobei, da gibt es ja jetzt dieses Content-Marketing und diese Influencer. Spaß. Das dies alleine keine Probleme löst – sehen wir aktuell.

Zeit zum umparken

Bevor Mercedes-Benz mit der Grumpy Cat werben muss – sollte man sich die Zeit nehmen, einfach mal zu reflektieren. Wo stehen wir heute? Was ist unser Markenkern? Was steckt noch an Mercedes in, Mercedes-AMG, Mercedes-EQ, Mercedes-Maybach und wohin geht die Reise der Mobilität. Das tut man vermutlich in Stuttgart bereits. Und vermutlich auch nicht erst seit dem Amtswechsel von Dr. Z auf den kühlen Schweden. Meine Hoffnungen sind groß, dass man bei Mercedes-Benz den gleichen Wandel in die richtige Richtung hinbekommt. So wie man es bereits damals – als man aus dem biederen Buchhalter-Traum, den Traum der hippen Weltmarke gebar – geschafft hat.

1.000.000 km im Tesla. Toll.

Dieser Blog ist eine Antwort auf: https://emobly.com/de/news/erster-tesla-erreicht-eine-million-kilometer/

Was eine sagenhaft einseitige Berichterstattung. Schade, damit verspielt man viel Glaubwürdigkeit. Nach diesem Quatsch: „Schon diese Zahl ist übrigens ein völlig ausreichender Wert, weil das durchschnittliche deutsche Auto bereits nach 150.000 km verschrottet wird“ müsste man eigentlich sofort diese Seite löschen. Was ein Bullshit.

(nur gedacht: Kurz auf den Autor geschaut, ach herrje, der kleine e-Auto Faschist von Twitter. Gut, sagt alles. )

Da hat jemand 1.000.000 km erreicht. Super. W123-Fahrer und Volvo-Fahrer lächeln jetzt müde. Er hat es mit einem Tesla geschafft. Gut. Schön – endlich mal ein Beweis, dass man mit versemmelten Verarbeitungsqualitäten alleine, den Krieg nicht verliert. Ach – von den 13.000 € in 5 Jahren abgesehen, gingen alle anderen Reparaturen auf TESLA-Kosten. Hm. Wie wäre das wohl in einem Tesla der 60 Jahre alt ist? Denn genau das wäre das Alter, welches ein Durschschnitts-Automobil erreichen müsste, um bei der jährlichen Fahrleistung des Bundesbürgers auf 1.000.000 km zu kommen.

Kinder – lassen wir die Kirche mal im Dorf.

1.000.000 km im E-Auto super – soll man feiern. Wenn es wirklich notwendig war, an jedem Arbeitstag knapp 1.000 km mit dem Auto fahren zu müssen, dann ist das wirklich ein toller Erfolg. Ist es ein Grund zur Überheblichkeit?

Ganz sicher nicht.

Ein Tesla besteht aus dem gleichen Baukasten, den jeder Automobil-Hersteller in der Industrie verwendet. Das man gerade dem Vielfahrer nun avisiert – gerne, finde ich ja super – jeder Liter der nicht verbrannt wird..usw…aber die Überheblichkeit die in diesem Artikel mitschwingt sorgt nicht für Begeisterung oder Akzeptanz, sondern für noch mehr Ablehnung. Und das mit recht.

E-Autos spielen immer eine besondere Stärke aus, wenn es um Mobilitätsfragen mit kurzer Distanz dreht. Gerade der Vielfahrer sollte sein Mobilitätsbedürfnis hinterfragen. Denn auch Öko-Strom zu verblasen, ist verblasen von Energie. Wenn es denn, immer, Öko-Strom ist. Und 1.000 km im Schnitt, je Werktag? Ernsthaft? Was ist der Einsatzzweck? Spendernieren an Orte zu bringen die vom Flugverkehr abgeschnitten sind?

Ich mag e-Autos. Ich halte sie für eine Bereicherung. Und in vielen Belangen auch für eine Lösung – allerdings nicht, wenn man ein asoziales Elend gegen ein anderes eintauscht und nur die Lackfarbe ändert. Ein Auto mit einer 100 kWh-Batterie? FÜR WAS BITTE? Das wären drei Autos die Kurzstrecken-Benziner ersetzen. Für den gleichen CO2-Foootprint bei der Erstellung.

Mobilität und Wandel sollten gerecht erfolgen – und weniger Überheblich. Dann klappt das auch mit der Akzeptanz.

Der Frust des Locus-Redakteurs

Oder; So geht Klientel-Journalismus in Zeiten des Clickbaitings.

„Könnte. Eventuell. Vielleicht.“

Der Inhalt eines durchschnittlichen Focus-Artikel … zusammengefasst.
Screenshot des Artikels – er befindet sich irgendwo zwischen Eilmeldung und Werbebanner … https://www.focus.de/auto/elektroauto/drohende-ueberlastung-der-stromnetze-ab-2021-koennte-strom-fuer-elektroautos-rationiert-werden_id_11388030.html

Eine clickbait-Headline, unfassbar viele Vermutungen und dazu ein wenig Polemik – so schreibt sich der „Focus-Redakteur“ den Frust über seinen Job von der Seele – nur, um am Ende des Artikels – der durch 11 (sic!!) Unterbrechungen bald biblische Längen erreicht, alles zu relativieren, inklusive der einleitenden Clickbait-Headline und mit einem Experten-O-ton zu enden:

„Netzexperte Reinhard Nenning aus Österreich ist trotz allem zuversichtlich, dass aus technischer Sicht die Hürden überwindbar seien. „Die Netzintegration der E-Mobilität wird – auch zum Wohle der deutschen Autoindustrie – sehr wohl gelingen“, sagt Nenning“

Der durchschnittliche Locus-Leser wird nicht über die Headline hinaus kommen, geschweige denn über den dritten Werbe-Banner im Artikel – und den Artikel in seinem AfD-Freundeskreis teilen, weil E-Autos, die sind ja doof.

#EineBrancheschafftsichab

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